Allgemeine Geschäftsbedingungen

A. Organisatorische Aspekte

A1 Dienstleistung

Der Dolmetschdienst Zentralschweiz, eine Dienstleistung von Caritas Luzern, beschäftigt interkulturell Dolmetschende (ikD) und interkulturell Vermittelnde (ikV). Dolmetscheinsätze können vor Ort oder telefonisch stattfinden. Auf der Webseite (www.dolmetschdienst.ch) können Aufträge erteilt und bearbeitet werden. Die Auftragserteilung erfolgt mittels individuellen Logins. 

A2 Neukunden / -kundinnen

Neue Kunden und Kundinnen füllen das entsprechende Formular auf der Webseite aus oder wenden sich per Telefon oder per Mail an den Dolmetschdienst Zentralschweiz: dolmetschdienst@caritas-luzern.ch , 041 368 51 51 und erhalten so innerhalb von zwei Werktagen die Zugangsdaten zu ihrem individuellen Kundenprofil. 

A3 Anfragen

Je früher die Anfrage an die ikD/ikV gelangt, umso grösser ist die Möglichkeit, eine passende ikD/ikV zu finden. Es besteht keine Garantie, dass in jedem Fall eine ikD/ikV vermittelt werden kann.

A4 Folgeaufträge

Die Auftraggebenden können direkt mit der ikD/ikV weitere Gespräche vereinbaren, unter der Bedingung, dass die Folgeaufträge mit dem individuellen Login über die Webseite des Dolmetschdienstes Zentralschweiz erfasst werden. Die Rechnungsstellung erfolgt jeweils durch den Dolmetschdienst Zentralschweiz. 

A5 Validierung

Gleich im Anschluss des durchgeführten Gespräches vor Ort wird der Auftrag mit der Unterschrift des Auftraggebenden auf der Validierungskarte, welche die ikD/ikV mitbringt, quittiert. Beim Telefondolmetschen erfasst die ikD die effektive Einsatzzeit des Auftrags online. Diese muss anschliessend durch die Auftraggebenden im Kundenprofil bestätigt werden.

 

B. Finanzielle Aspekte

B1 Honorare / Spesen

Für die Auszahlung der Honorare und Spesen an die ikD/ikV ist allein der Dolmetschdienst Zentralschweiz verantwortlich. Die Auftraggebenden entrichten die geschuldeten Beträge ausschliesslich an den Dolmetschdienst Zentralschweiz. Beim Telefondolmetschen entfallen die Spesen. 

B2 Mindestdauer

Pro Auftrag vor Ort gilt der Mindestansatz von einer Stunde. Die Zeitzählung beginnt ab dem vereinbarten Gesprächstermin. Die weitere Gesprächszeit wird nach einer Stunde jeweils auf 15 Minuten aufgerundet. Beim Telefondolmetschen gilt der Mindestansatz von 15 Minuten. Für die weitere Gesprächszeit wird der Minutentarif verrechnet.

B3 Auftrag kürzer als geplant

Ist ein Auftrag vor Ort für mehr als eine Stunde Einsatzdauer erteilt und ist dieser dann kürzer als vereinbart, wird die vollständig bestellte Zeit verrechnet. Die effektiv beanspruchte Zeit wird zum normalen Stundenansatz (Minimum 1 Stunde) verrechnet. Die nicht beanspruchte Zeit wird zum reduzierten Tarif verrechnet. Ist beim Telefondolmetschen die Einsatzdauer kürzer als vereinbart, wird die effektive Zeit (Minimum 15min zum Mindestansatz) verrechnet.

B4 Nachtarbeit und Wochenendeinsätze

Nachtarbeit (22 Uhr bis 7 Uhr) und Wochenendeinsätze (Samstag 17 Uhr bis Montag 7 Uhr) werden bei Einsätzen vor Ort mit einem Zuschlag von 50 % verrechnet. Anfragen die 24 Stunden oder kürzer vor Gesprächsbeginn gesendet werden, gelten als Expressaufträge und werden mit einem Zuschlag von 50% verrechnet. Werden Anfragen für Telefondolmetschen 24 Stunden oder kürzer vor Gesprächsbeginn gesendet, wird ein Zuschlag von 12.5 % auf die Mindestdauer und weitere 25 % auf den Minutentarif verrechnet.

B5 Kurzfristige Annullation 24h

Wird der Auftrag vor Ort von den Auftraggebenden 24 Stunden oder kürzer vor Gesprächsbeginn annulliert, so wird die vollständig bestellte Zeit verrechnet. 1 Stunde wird zum normalen Stundenansatz und die restliche Zeit zum reduzierten Tarif verrechnet. Die Spesen werden nicht in Rechnung gestellt. Beim Telefondolmetschen wird die Mindestdauer zum gebuchten Tarif verrechnet. 

B6 Kurzfristige Annullation 4h

Wird der Auftrag vor Ort von den Auftraggebenden 4 Stunden oder kürzer vor Gesprächsbeginn annulliert, wird die vollständig bestellte Zeit verrechnet. 1 Stunde wird zum normalen Stundenansatz und die restliche Zeit zum reduzierten Tarif verrechnet. Die Spesen werden in Rechnung gestellt.

B7 Nichterscheinen ikD/ikV

Wird ein vereinbarter Auftrag vor Ort von Seiten der ikD/ikV ohne Abmeldung nicht eingehalten, so wird dieser nicht verrechnet. Als Kompensation für die Umtriebe wird den Auftraggebenden beim nächsten Auftrag die erste Einsatzstunde nicht verrechnet. Erscheint die ikD/ikV verspätet zum vereinbarten Auftrag, wird die effektive Einsatzdauer, auf die nächste Viertelstunde abgerundet, verrechnet. Die Regelung B2 kommt in diesem Fall nicht zur Anwendung. 

B8 Gleicher Einsatzort

Befinden sich zwei Gespräche mit derselben ikD/ikV am gleichen Einsatzort mit einer maximalen Wartezeit von 30 Minuten dazwischen, werden nur die Spesen für den ersten Termin verrechnet. 

B9 Absage durch ikD/ikV

Wenn ein vereinbarter Auftrag von Seiten der ikD/ikV kurzfristig (24 Stunden oder kürzer) abgesagt wird, versucht der Dolmetschdienst Zentralschweiz einen Ersatz zu organisieren. Der Dolmetschdienst Zentralschweiz kann jedoch nicht dafür garantieren, dass ein Ersatz gefunden werden kann.

B10 Zahlungsbedingungen

30 Tage netto ab Fakturadatum.

 

C. Verantwortlichkeiten

C1 Gesprächsgestaltung

Die Auftraggebenden sind für die Gestaltung und Leitung des Gesprächs verantwortlich. Caritas Luzern empfiehlt je nach Situation ein Vor- und Nachgespräch mit der ikD einzuplanen. Bei ikV Aufträgen ist ein Vor- und Nachgespräch zwingend einzuplanen. Dies ermöglicht die konkreten Erwartungen an die ikD/ikV zu definieren und den Kontext des Gesprächs zu erläutern. 

C2 Telefondolmetschen

Beim Telefondolmetschen ist die Telefonkonferenzschaltung Aufgabe der Fachperson. Die Fachperson ruft zuerst die ikD an und schaltet danach den/die Klient/in hinzu. 

C3 Umgehung Dolmetschdienst Zentralschweiz

Es ist den Auftraggebenden nicht erlaubt, nach einmal erfolgter Vermittlung über die Plattform des Dolmetschdienstes Zentralschweiz spätere Einsätze mit der ikD/ikV unter Umgehung des Dolmetschdienstes Zentralschweiz zu vereinbaren.

C4 Datenschutz

Persönliche Kontaktdaten von den ikD/ikV dürfen in keinem Fall an die Klientschaft oder an Dritte weitergegeben werden.

C5 Verspätung ikD/ikV

Erscheint die ikD/ikV verspätet zum vereinbarten Auftrag oder ist die ikD beim Telefondolmetschen zum vereinbarten Termin nicht erreichbar, müssen die Auftraggebenden dies dem Dolmetschdienst Zentralschweiz zurückmelden. Rückmeldungen können direkt im entsprechenden Auftrag im Bemerkungsfeld angegeben werden. 

C6 Qualitätssicherung / Rückmeldungen 

Im Rahmen der Qualitätssicherung ist der Dolmetschdienst Zentralschweiz auf positive wie auch negative Rückmeldungen angewiesen. Diese können direkt im entsprechenden Auftrag im Bemerkungsfeld gemeldet werden. Bei Bedarf wird der Dolmetschdienst Zentralschweiz persönlichen Kontakt aufnehmen. 

C7 Reklamationen

Reklamationen sind direkt an den Dolmetschdienst Zentralschweiz zu richten. Caritas Luzern haftet nur für gehörige Sorgfalt bei der Anstellung und Instruktion der ikD/ikV, nicht aber für mögliche sprachliche Missverständnisse.

 

D. Gerichtsstand und anwendbares Recht

D1 Gerichtsstand

Gerichtsstand ist das Bezirksgericht Luzern. 

D2 Rechte

Es gilt schweizerisches Recht, insbesondere die Bestimmungen zum einfachen Auftrag nach Art. 394 ff. OR.

D3 Tarifänderungen

Der Dolmetschdienst Zentralschweiz behält sich vor, bei grundlegenden Änderungen die Tarife anzupassen. Diese Anpassungen werden schriftlich kommuniziert sowie auf der Webseite www.dolmetschdienst.ch aktualisiert.

 

Gültig ab Januar 2021