Interkulturelle Vermittlung

Interkulturelles Vermitteln bezeichnet die Vermittlung von Wissen und Informationen zwischen Angehörigen verschiedener Lebenswelten und Lebensformen. Professionelle interkulturell Vermittelnde verfügen neben den sprachlichen Qualifikationen über weitere Kompetenzen, beispielsweise in der Beratung und Begleitung von Migrantinnen und Migranten, in der Vermittlung von Hintergrundwissen, der Erwachsenenbildung oder der Projektarbeit.

Interkulturell Vermittelnde werden vor allem im Bildungs- und Sozialbereich eingesetzt. Mögliche Aufgabengebiete sehen wie folgt aus:

Vermitteln bei Gesprächen mit Klient/innen
Im Rahmen eines Beratungs- oder Elterngesprächs können interkulturell Vermittelnde einen Teilauftrag erhalten, indem sie beispielsweise Hintergrundwissen über das Sozial- oder Bildungssystem im Herkunftsland und in der Schweiz aufzeigen, auf Missverständnisse in der Kommunikation aufmerksam machen und bei Bedarf ihre Sichtweise einbringen.

Beispiel:
Die Eltern sind nicht bereit, ihr Kind vom Schulpsychologischen Dienst abklären zu lassen. Die interkulturell Vermittelnde kann im Gespräch mit den Eltern herausfinden, was die Gründe für den Widerstand sind. Zudem kann sie den Eltern aufzeigen, wie der Schulpsychologische Dienst arbeitet, was eine solche Abklärung bringen kann und welche Rolle und Rechte die Eltern in diesem Abklärungsprozess haben werden.

Hausbesuche
Interkulturell Vermittelnde machen selbständig Hausbesuche bei Familien im Auftrag der Fachperson.

Beispiel:
Die Mütter-Väterberatung der Stadt Luzern führt ein spezifisches Angebot für Eltern von Kindern von 0 bis 36 Monaten, welche hohe Belastungs- und wenig Resilienzfaktoren aufweisen (MVB plus). In diesem Programm besuchen speziell geschulte interkulturell Vermittelnde im Auftrag der Fachperson die Familien zu Hause.

Moderation und Durchführung von Informationsveranstaltungen
Interkulturell Vermittelnde können im Auftrag der Fachperson die Informationsvermittlung sowie die Moderation von Gruppen übernehmen. Auch sind sie in der Lage, im Rahmen eines Projektes selbständig Informationsveranstaltungen zu leiten.

Beispiel:
Der Elternabend findet in zwei Teilen statt. Zuerst gibt die Lehrperson den Eltern Informationen auf Deutsch ab, welche in den jeweiligen Sprachen verdolmetscht werden. Im zweiten Teil hat die interkulturell Vermittelnde den Auftrag, die für die Zielgruppen relevanten Informationen nochmals aufzunehmen und Fragen selbständig zu beantworten.

Motivation von Migrant/innen
Interkulturell Vermittelnde können beauftragt werden, die Klienten anzurufen und sie zur Kontaktaufnahme mit einer Fachstelle, zum Besuch von Elternabenden oder Teilnahme an Integrationsangeboten zu motivieren.

Beispiel:
Ein Beratungsangebot der Regelstruktur erreicht trotz übersetzter Flyer die Zielgruppe nicht. Eine interkulturell Vermittelnde kann diese Personen telefonisch kontaktieren und ihnen dabei den Nutzen dieses Angebots aufzeigen.

Eine sorgfältige Auftragsklärung ist uns sehr wichtig. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf.
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Für den Schulbereich im Kanton Luzern vermittelt die FABIA interkulturell Vermittelnde.
Brückenbauer zwischen Kulturen
Dokumentation der Fachveranstaltung «Interkulturelle Vermittlung» vom 19.01.2011
Direkter Download - Achtung Link öffnet sich in einem neuen Fenster (Dokumentation «Brückenbauer zwischen Kulturen» als pdf - document, 1.6 MB)   Dokumentation «Brückenbauer zwischen Kulturen» als pdf (1.6 MB)

Die Interkulturelle Vermittlung wird von der Stiftung Mercator Schweiz unterstützt.